10.09.2018 / komba gewerkschaft nrw

komba Reportage: New York entdecken

NY-Besuch 2017: Dirk Stratmann (Mitte) gemeinsam mit den Feuerwehr- und FB-Kollegen Heinz Mentrup, Valentino Tagliafierro, Bernd Schulzki und Sebastian Willer (v.l.n.r.). (Foto: © privat)
NY-Besuch 2017: Dirk Stratmann (Mitte) gemeinsam mit den Feuerwehr- und FB-Kollegen Heinz Mentrup, Valentino Tagliafierro, Bernd Schulzki und Sebastian Willer (v.l.n.r.). (Foto: © privat)

Faszination Big Apple

Ein Signal, das wohl am häufigsten in New York City ertönt, ist die Sirene. Nie ist es ruhig in dieser trubeligen Millionenmetropole. Dirk Stratmann, Personalratsvorsitzender der Stadt Bocholt, engagierter Gewerkschafter und Feuerwehrmann mit Leib und Seele, kennt die Stadt seit Anfang der 1990er mit all ihren Höhen und Tiefen. Seine Faszination für den Big Apple teilt er gerne mit anderen.

Dirk Stratmann ist ein lebenslustiger, herzlicher und positiv eingestellter Mensch. Doch es gibt einige Wochen im Herbst vor 17 Jahren, die ihm auch nach all der Zeit noch sehr präsent sind und nahegehen: Der 11. September und die Tage danach. Viele erinnern sich noch genau daran, wo sie gewesen sind, als sie vom Terroranschlag auf die Türme des World Trade Centers (WTC) erfuhren. Genauso geht es dem begeisterten NY-Reisenden Dirk Stratmann. Er hatte sich an jenem Dienstag im September nach seinem Dienst in der Bocholter Feuerwache kurz schlafen gelegt, als seine Frau ihn am Nachmittag deutscher Zeit mit dem Satz „In New York City ist ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen“ aufweckte.

„Ich hatte die Türme unzählige Male besucht, bekam von meinen Feuerwehrkollegen vor Ort bereits nach dem ersten Anschlag 1993 Einblicke hinter die Kulissen des WTC. Daher konnte ich mir ungefähr ausmalen, was solch ein Unglück für Konsequenzen haben muss“, beschreibt Stratmann, der seit den 90er-Jahren regelmäßig bei den Feuerwehren in NY zu Gast ist. Die nächsten Stunden verbrachte er schockiert, traurig und ergriffen vor dem Fernseher. „Mir war bewusst, dass es Tausende von Toten gegeben hat. Ich musste sofort an die Feuerwehrkameraden dort denken und an viele gute Freundschaften, die im Laufe der Zeit untereinander entstanden sind“, erinnert sich der stellvertretende Vorsitzende des Fachbereiches Feuerwehr- und Rettungsdienst. Tatsächlich erreichte ihn wenige Tage später ein Anruf aus NY. Am Ende der Leitung ein guter Freund und ebenfalls Feuerwehrkollege. Er schilderte, was in den letzten Tagen Unvorstellbares passiert war und berichtete vom Verlust zahlreicher Kollegen.

Mitanpacken und helfen nach 9/11
Für Dirk Stratmann war klar, er wollte was tun, anpacken, helfen. Gemeinsam mit Kollegen in Bocholt überlegte er wie. Die jährliche Herbstkirmes stand vor der Tür und so organisierten sie kurzerhand eine Tombolaaktion. Der Erlös wurde zugunsten der Feuerwehrkameraden in NY ausgerufen. „Die Spendenbereitschaft war hoch, so kamen innerhalb von vier Tagen 10 000 US-Dollar zusammen“, freut sich der Feuerwehrmann noch immer, wenn er an den Erfolg der Aktion und die Anteilnahme der Menschen in seiner Heimatstadt denkt. Etwa eine Woche danach bestieg er gemeinsam mit einem Kollegen den Flieger nach NY und unterstützte auf der Feuerwache in Harlem die Einsatzkräfte vor Ort.

Diese Zeit hat Dirk Stratmann nachhaltig geprägt. „Das war eine so bewegende Woche, die werde ich immer in Erinnerung behalten“, sagt er und denkt zurück an die meterhohen Schutttürme, den Gestank und vor allem an die vielen Menschen, die ihr Leben lassen mussten. Er erinnert sich aber auch an die große Dankbarkeit wildfremder Menschen, die ihnen entgegengebracht wurde. Das auf der Kirmes gesammelte Geld übergaben sie der Witwe eines befreundeten Feuerwehrmannes, die nach dem 11. September mit drei kleinen Kindern alleine war. Mit der Summe konnten die Feuerwehrkollegen das Haus der Familie renovieren.

Ungebrochene Begeisterung für NY und das FDNY
Neben diesem tragischen und einschneidenden Ereignis hat er die Stadt aber auch mit all ihren guten Seiten kennengelernt und freut sich, seine Begeisterung sowie seine guten Kontakte zum Fire Department New York (FDNY) mit Interessierten zu teilen. Deshalb bietet er seit Mitte der 1990er-Jahre regelmäßig Touren nach Manhattan an. Die Besonderheit: Hier bekommen Teilnehmende nicht nur umfassende Eindrücke der Weltstadt, sondern Einblicke in die Arbeitsweise der weltweit größten städtischen Feuerwehr. Ein Erfahrungsaustausch der besonderen Art. Anfangs übernachteten die Reisenden sogar noch alle auf der Wache in Harlem. „Von Bocholt über den Kreis Borken nach NRW und dann ganz Deutschland erreichte unser Angebot Kollegen aus Österreich und der Schweiz. Wir starteten mit einer Reise pro Jahr. Heute finden bis zu fünf Reisen mit bis zu 180 Personen statt“, erzählt Dirk Stratmann von der positiven Resonanz. Im Herbst zieht es ihn wieder dorthin.

Weitere Informationen unter:
www.feuerwehr-newyorkcity.de

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