06.06.2017 / komba gewerkschaft nrw

komba Reportage - Unterstützung für Menschen mit Behinderung: Petra Dorenberg

Petra Dorenberg an ihrem Arbeitsplatz in Münster (Foto: © Sandra Dluhosch)
Petra Dorenberg an ihrem Arbeitsplatz in Münster (Foto: © Sandra Dluhosch)

Offen, kontaktfreudig und einfühlsam sind Eigenschaften, die auf Petra Dorenberg zutreffen, aber auch organisiert, bestimmt und kompetent sind Adjektive mit denen sich die sympathische Frau beschreiben lässt. Alle diese Merkmale helfen ihr in ihrem Job. Denn die gelernte Verwaltungsbeamtin im gehobenen Dienst ist seit zehn Jahren Hilfeplanerin im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Standort Münster.

In dieser Funktion stellt sie fest, welche Hilfen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen – körperlich, geistig, psychisch – oder auch Suchtkranke benötigen, um ihren Alltag möglichst selbstständig bewältigen zu können. Die Anträge und Anfragen erreichen sie von unterschiedlichen Seiten. „Betroffene selbst wenden sich an mich oder Familienangehörige, gesetzliche Betreuerinnen und Betreuer, weitere Kostenträger und Anbieter solcher Hilfeleistungen. Kürzlich hatte ich den Fall, dass ein geistig behinderter junger Mann gerne aus dem Elternhaus ausziehen möchte. Die Eltern haben mich angerufen und nach Unterstützungsmöglichkeiten gefragt, damit er in seiner eigenen Wohnung gut zurechtkommt“, erzählt Dorenberg aus ihrem Berufsalltag.

Hilfeplanung – ein vielschichtiger Prozess
Nach Anfragen wie diesen beginnt für die Hilfeplanerin ihre eigentliche Arbeit. Sie sichtet fachärztliche Unterlagen, hält Rücksprachen mit Sozialdiensten der Kliniken oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung, dem sozialpsychiatrischen Dienst und mit anderen Kostenträgern wie beispielsweise der Pflegekasse und dem Jugendamt. „Was den jungen Mann betrifft, suche ich das Gespräch mit ihm und den Eltern beziehungsweise dem gesetzlichen Betreuer. Hier erfahre ich, was er bereits an Fähigkeiten mitbringt und wo noch Unterstützung erforderlich ist. Außerdem ist es wichtig, die persönlichen Ziele zu kennen, die er erreichen möchte. All das halten wir in einer gemeinsamen Zielvereinbarung fest“, beschreibt Hilfeplanerin Petra Dorenberg das weitere Vorgehen.

In Fällen wie diesen setzt sie im Anschluss den Stundenumfang der fachlichen Unterstützung durch einen Anbieter fest. „Die Zahlung der Hilfe an den Anbieter ist eine Sozialhilfeleistung. Daher ist es zuvor auch meine Aufgabe, zu prüfen, wie die wirtschaftlichen Verhältnisse des jeweiligen Antragsstellers sind“, erklärt Dorenberg. Die Verfahrensdauer ist unterschiedlich, aber meist wird eine Entscheidung innerhalb von vier bis sechs Wochen herbeigeführt. „Die Entscheidung erfolgt befristet. Das ist sinnvoll, denn so können wir mit unseren Klienten und sonstigen Beteiligten bereits Erreichtes besprechen. Dabei vereinbaren wir auch neue Ziele und reagieren auf Veränderungen“, weiß die Hilfeplanerin aus Erfahrung. Es gibt jedoch Fälle, wo Forderungen unberechtigt oder überzogen beziehungsweise andere Hilfen vorrangig sind. Damit hat Petra Dorenberg gelernt umzugehen. Sie vertritt Entscheidungen klar und bestimmt gegenüber den Klienten und deren Vertretern.

Ihrer vielseitigen Arbeit geht sie meist direkt aus Münster nach. Da sie allerdings eine Region im Kreis Warendorf betreut, arbeitet sie zudem einmal wöchentlich von einem Außenbüro in Ahlen aus. So haben es die Menschen vor Ort leichter, einen persönlichen Gesprächstermin wahrzunehmen.


Dienstleister für Menschen mit Behinderung

Reizvoll findet Petra Dorenberg ihren mit hohem Arbeitspensum verbundenen Beruf auch nach vielen Jahren in der Hilfeplanung noch: „Die Arbeit bietet eine gute Mischung aus verwaltungsrechtlichen und sozialpädagogischen Anforderungen. Der Kontakt mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten zeichnet meinen Beruf aus und ich erlebe mit Freude die tollen Entwicklungen der Menschen.“

In den vergangenen Jahren hat sich durch die Weiterentwicklung des Hilfeplanverfahrens und zahlreichen gesetzlichen Änderungen in diesem Bereich einiges getan. Petra Dorenberg beschreibt es so: „Der Gedanke der Inklusion und ein möglichst selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderung ist stärker in den Fokus gerückt. Wir Hilfeplanerinnen und -planer verstehen uns dabei als Dienstleister, die ihnen das mit unserer Arbeit ermöglichen“, sagt Petra Dorenberg mit positiver Ausstrahlung und vertieft sich bereits in den nächsten Fall.

Hilfe für Menschen mit Behinderung im LWL
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Er ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Die LWL-Behindertenhilfe als Partner der Menschen mit Behinderungen will Barrieren abbauen, so dass Menschen mit Behinderung so weit wie möglich selbstständig leben können, in ihrer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung gefördert werden und sich ihr Leben weitgehend an der Lebenswelt nichtbehinderter Menschen orientiert.


Kontakt

Vorsitzender
Jürgen Albermann
Rathausplatz 1
42651 Solingen               
Telefon: 0212 / 290 5262
Fax: 0212 / 290 745262
Mail: info(at)komba-solingen.de

Kontakt Jugend

Vorsitzender
komba Jugend Ortsverband Solingen
Markus Schedding
Rathausplatz 1
42651 Solingen

Mail: markus(at)kj-sg.de

Service