22.12.2017 / komba gewerkschaft nrw

komba reportage: Arbeitskreis Inklusion: Gemeinsam etwas bewegen!

Teilnehmerinnen des Arbeitskreises gemeinsam mit Klaus Salscheider, Ina Appel (5. von links) und der komba Ortsverbandsvorsitzenden Bärbel Miß (6. von rechts). Foto: © komba gewerkschaft nrw
Teilnehmerinnen des Arbeitskreises gemeinsam mit Klaus Salscheider, Ina Appel (5. von links) und der komba Ortsverbandsvorsitzenden Bärbel Miß (6. von rechts). Foto: © komba gewerkschaft nrw

Ina Appel ist gelernte Erzieherin und Fachkraft für Integration und Inklusion in Plettenberg. Während der Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst fasste sie 2015 den Entschluss, sich gewerkschaftlich zu engagieren, und gründete 2016 in Plettenberg einen Arbeitskreis Inklusion. Ihr Beispiel zeigt, dass örtliches Engagement Menschen verbindet und Erfolge bringt.

Ein kalter, grauer Novemberabend. In Plettenberg steht der Winter vor der Tür. Das Familienzentrum Stadtmitte ist hingegen hell erleuchtet, weihnachtliche Fensterdekoration kündigt die Adventszeit an. Drinnen wartet Ina Appel. Die junge Frau hat zum Treffen des Arbeitskreises Inklusion geladen. An einem großen Tisch sind an diesem Abend rund 15 Personen der Einladung gefolgt. Sie sind von unterschiedlichen Einrichtungen in verschiedenen Trägerschaften und schätzen den gegenseitigen Austausch. 

An diesem Abend ist Klaus Salscheider, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses der Stadt, zu Gast. „Wir laden zu unseren Treffen immer wieder Vertreterinnen und Vertreter der Stadt und Politik ein. Wir möchten den Dialog suchen, unsere Anliegen deutlich machen. Nur in Gesprächen können wir unsere Arbeit und Forderungen transparent machen, um gemeinsam etwas zu erreichen“, ist sich Ina Appel sicher.

Mit dem Streik fing alles an
Der Streik 2015 bildete den Startschuss für Ina Appels Engagement. Sie wollte etwas bewegen. Die Aktionen 2015 fielen zusammen mit ihrem Zertifikatskurs zur Fachkraft für integrative und inklusive Pädagogik. „In der Weiterbildung ging es um die generelle Haltung zum Thema Inklusion und um das Integrationskonzept Quint. Dabei handelt es sich um das bislang einzige Programm, das sich gezielt mit Inklusionskindern auseinandersetzt. Es hilft anhand detaillierter Beobachtungsbögen, besser den Wahrnehmungsbereich und den sozial-emotionalen Bereich der Kinder zu erfassen. Dort liegen die meisten Auffälligkeiten, die wir bei Kitakindern feststellen“, erklärt sie und fügt hinzu, dass es Jahr für Jahr mehr sogenannte Integrationskinder gibt.

Sie ist für die Antragsstellung zuständig, damit Kinder die richtige Förderung bekommen. Den Prozess beschreibt sie so: „In den Dienstbesprechungen mit meinen Kolleginnen und Kollegen reden wir über die Kinder. Wenn wir alle der Meinung sind, ein Kind braucht Förderung, kommt es zu einem Elterngespräch. Wenn die Eltern einverstanden sind, kümmere ich mich darum, eine ärztliche Stellungnahme zu erhalten. Ich spreche mit den Eltern und befrage sie mittels eines Beobachtungsbogens zu ihrem Kind. Diese Aussagen gleiche ich mit den Aussagen der Gruppenerzieher und meinen eigenen Eindrücken ab. Die gesammelten Erkenntnisse besprechen wir im Team und entwickeln gemeinsame Ziele für das Kind. Im Anschluss verfasse ich den Teilhabe- und Förderplan und reiche alle Formulare ein. Bis zur Genehmigung beschäftigte ich mich weiter mit dem Kind und baue eine Bindung auf. Ohne die kann sich das Kind nicht entfalten und nicht lernen.“ Was ihr dabei besonders wichtig ist, die Kinder bekommen keine Einzelförderung, sondern sind in ständiger Interaktion mit den übrigen Kindern. Davon, so ist sie überzeugt, profitieren alle. 

„Inklusion funktioniert nur im Team. Der Austausch und die verschiedenen Blickwinkel machen die Förderung des Kindes vielfältiger und damit erfolgreicher“, sagt sie. 

Noch große Steine auf dem Weg zur Integration
In Plettenberg hat es Ina Appel mit ihren Kolleginnen und Kollegen geschafft, dass Inklusionskräfte zumindest in den Familienzentren mittlerweile fest eingestellt werden. Dies ist jedoch landesweit nicht einheitlich und so existieren nach wie vor zahlreiche Befristungen, die beliebig und meist sehr kurzfristig verlängert werden. Dies ist nicht nur für die Fachkraft mit vielen Unsicherheiten verbunden, sondern auch für die Kinder. „Sie müssen sich immer wieder an eine neue Bezugsperson gewöhnen, das ist ein Problem“, weiß Ina Appel. 

An dem Novemberabend in Plettenberg bringen sie diesen Aspekt und weitere Forderungen zur Sprache. Sie fordern unter anderem regelmäßige, hochwertige Fortbildungen, eine Fachberatung und eine grundlegende Verbesserung im Bereich des Übergangs zwischen Kita und Schule, damit Integration nicht mit dem Kindergartenende aufhört. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen mit weiteren Denkanstößen auseinander und sind sich sicher, dass sie gemeinsam noch mehr erreichen können. Ina Appel hat schon weitere Ideen.

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