26.01.2018 / komba gewerkschaft nrw

Gewalt gegen Einsatzkräfte: Studienergebnisse vorgestellt

v.l.n.r.: Andreas Hemsing, Prof. Dr. Thomas Feltes (Ruhr-Uni-Bochum), Herbert Reul (Innenminister NRW), Gabriele Pappai (Geschäftsführerin Unfallkasse NRW) (Foto: © komba gewerkschaft nrw)
v.l.n.r.: Andreas Hemsing, Prof. Dr. Thomas Feltes (Ruhr-Uni-Bochum), Herbert Reul (Innenminister NRW), Gabriele Pappai (Geschäftsführerin Unfallkasse NRW) (Foto: © komba gewerkschaft nrw)

Über die Häufigkeit gewaltsamer Übergriffe auf Feuerwehr- und Rettungskräfte in NRW und den nötigen Handlungsbedarf gibt eine am Freitag (26. Januar) in Münster veröffentlichte Studie mit Beteiligung der komba gewerkschaft nrw nun Aufschluss.

26 Prozent der Rettungskräfte sind in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von körperlicher Gewalt im Einsatz geworden, bei den Feuerwehrkräften sind es 2 Prozent. Deutlich höher liegt mit 92 Prozent (Rettungsdienst) und 36 Prozent (Feuerwehr) die Zahl der verbalen und mit 75 Prozent (Rettungsdienst) und 29 Prozent (Feuerwehr) der nonverbalen Übergriffe. Besonders besorgniserregend: Etwa 80 Prozent der Einsatzkräfte meldeten solche nonverbalen und verbalen Ausbrüche erst gar nicht. „Jegliche Angriffe auf Helferinnen und Helfer sind völlig inakzeptabel. Wir appellieren an Kolleginnen und Kollegen, aber auch die Führungskräfte, jeden Vorfall zu melden und diesen auch tatsächlich weiter zu verfolgen“, bekräftigt Andreas Hemsing, Landesvorsitzender der komba nrw.

Die Studienergebnisse zeigen nicht nur Handlungsbedarf in Form einer Verbesserung des Meldewesens, sondern darüber hinaus in den Aus- und Fortbildungen zum Thema Gewaltprävention. „Die nächste Etappe lautet nun: Raus aus der Theorie, rein in die praktische Umsetzung. Gemeinsam mit Politik, kommunalen Spitzenverbänden, dem Verband der Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Arbeitgebern und Dienstherren müssen wir die Studienergebnisse nutzen und Maßnahmen umsetzen, um die Übergriffe auf Feuerwehr- und Rettungskräfte zu minimieren“, sagt Hemsing.

Neben ganz konkreten Präventionsmaßnahmen betont die komba gewerkschaft nrw noch einen weiteren, wichtigen Aspekt. „Sämtliche Schritte müssen von einer gesamtgesellschaftlichen Diskussion begleitet werden. Die Einsatzkräfte helfen und stehen selbstlos für andere ein. Sie dürfen nicht zur Zielscheibe von Aggression werden. Sie verdienen unser aller Respekt und unsere Wertschätzung“, fordert Hemsing.

Im Zeitraum von Mai bis Juni 2017 befragte der Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des nordrhein-westfälischen Ministeriums des Innern sowie des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, der Unfallkasse NRW und der komba gewerkschaft nrw 4.500 Einsatzkräfte.

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